Brent Weeks: The Burning White (oder: Der Lightbringer-Zyklus)

Mit "The Burning White" hat Brent Weeks den letzten Band der Lightbringer-Saga vollendet. Und ich bin immer noch ziemlich begeistert. Ach ja: Ich habe das Buch auf englisch gelesen, wie die Begriffe auf deutsch heißen, weiß ich gerade nicht.
Die Serie umfasst nun wohl ca. 1,5 Millionen Wörter in 5 Bänden -– also ca. 300k pro Buch, wobei ich nicht sicher bin, dass die gleichverteilt sind. Und, im Gegensatz zu anderen Serien, ist sie beendet. Fertig. Durch.

Ich versuche, Spoiler weitgehend zu vermeiden, aber ein oder zwei Dinge werden wohl doch vorkommen. Ich denke aber, das macht nicht viel, natürlich verrate ich nicht "wer der Mörder war" (oder auch: Ob es tatsächlich einen Lightbringer gibt).
Der letzte Band schließt die Haupthandlung ab. Und sie endet mit einer großartigen Schlacht, in der jede der einzelnen Hauptpersonen ihren Job zu erledigen hat. Neben traurigen Momenten erleben wir große Triumphe, und wir erleben vor allem viele, viele Wendungen.
Der letzte Band setzt also der gesamten Reihe die Krone auf und gibt ihr damit für jeden Fantasy-Leser ein klares "Sollte man kennen!" Als Bewertung.
Kurz noch zur Reihe, wer die also noch gar nicht kennt: In der Story begleiten wir Kip, einen etwas dickeren Jungen, der seinen Platz in der Welt sucht, seinen Vater Gavin, der erst einmal gar nichts von ihm weiß, und der nebenbei das Prisma ist -– das ist der Titel des Herrschers, der von einem zentralen Ort namens Chromeria herrscht, wo es Intrigen und Kämpfe zwischen und innerhalb von Familien gibt. Im Laufe der Zeit kommen noch viele weitere Personen hinzu, bis wir wirklich ein ansehnliches Ensemble von Point of View-Charakteren zusammenhaben.
Die Charaktere sind großartig gelungen, insbesondere Kip ist eine absolute Identifikationsfigur. Aber auch die anderen Charaktere handeln aus ihrer Sicht logisch, es gibt kaum ein "das muss ich nun wegen der Handlung so tun".
In der Welt gibt es eine Art der "Lichtmagie": Magisch begabte können meist das Licht einer Farbe "ziehen" und in "Luxin" verwandeln, das je nach Farbe verschiedene Eigenschaften hat, die sie dann nutzen können. Wenige der Magiebegabten können auch mehrere Farben ziehen. Die Farben gehen bis in den ultravioletten bzw. infraroten Bereich herein –- da gibt es dann z.B.  "Farben", die nur der Heimlichkeit dienen. Das Prisma, also der Herrscher, ist als einziger in der Lage, alle Farben in seinem Auge zu brechen, und kann somit aus weißem Licht quasi alles erschaffen, was die Magie zu bieten hat. Im Laufe der Zeit bekommt man dann noch mit, dass das Prisma noch andere Aufgaben hat ... und ich verrate nur soviel: Am Ende passt das alles so unglaublich gut zusammen, wie ich das selten erlebt habe.
Das alles ist, wie ich gerade noch einmal bemerke, sehr umfangreich, und ich höre auch an dieser Stelle auf.

Wer meint, dass die Herren Martin und Rothfuss noch eine Weile brauchen werden, und die diese Reihe nicht kennen, sollten anfangen. Am besten direkt. Und das beste: Man rennt in keine Falle, denn die Reihe ist fertig.

Oder auch ganz kurz: Kaufbefehl!